100 Namibischer Dollar pro Person leiten die Veränderung im Dorf ein (Foto: Dirk Haarmann)
2008 schloss sich eine breite Koalition aus Gewerkschaften, Aids-Hilfe, Kirchen und weiterer Akteure in Namibia zur BIG Coalition zusammen. Ein Basic Income Grant (BIG) sollte an alle Einwohner der Nachbardörfer Otjivero und Omitara ausgezahlt werden. In Deutschland ist BIG besser bekannt unter dem Namen Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).
In Namibia, ehemals deutsche Kolonie von 1884 bis 1915, einem der reichsten Länder Afrikas, klafft die Schere zwischen reich und arm weltweit am weitesten auseinander. Um die schlimmsten Auswirkungen von Armut zu beseitigen, schloss sich das Bündnis zur BIG Coalition zusammen. Man beschloss den Start eines zunächst auf zwei Jahre angelegten Pilotprojektes, das den Einwohnern von Otjivero-Omitara jeweils 100 Namibia-Dollar (N$) – umgerechnet etwa 10€ – pro Monat gewährleisten sollte.
Die Folgen aus dem garantierten Grundeinkommen für die Einwohner waren der Rückgang von durch Armut bedingter Kriminalität, eine deutliche Senkung der Unterernährung von Kindern und geringere Fehlzeiten der Kinder in der Schule. Darüber hinaus entwickelte sich durch Gründung von Kleinunternehmen eine lokale Ökonomie, die einen marktwirtschaftliche Kreislauf in Gang setzte. Auch der allgemeine Gesundheitszustand verbesserte sich drastisch.
Ende 2009 lief das Pilotprojekt aus. Das Ziel der BIG Coalition, dieses Modellprojekt zu einem nationalen BIG zu überführen, konnte von den Koalitionspartnern bislang nicht erreicht werden. Um den drohenden Rückfall der Dorfbevölkerung in die ehemals desaströsen Armutszustände abzufedern, beschloss die BIG Coalition, die Auszahlung in Form einer Überbrückungshilfe in Höhe von 80 N$ fortzusetzen.
In der Zwischenzeit sind ursprüngliche Verpflichtungen ausgelaufen und die Mittel des Bündnisses sind aufgebraucht. Bischof Zephania Kameeta von der Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia (ELCRN), Vorsitzender der BIG Coalition rief Anfang März zu nationaler und internationaler Solidarität auf.
Spendenmöglichkeiten:
Für nur 10 € pro Monat und Person kann den fast 1.000 Einwohnern weiterhin ein Mindestmaß an Menschenwürde ermöglicht werden. Dazu stehen mehrere Spendenmöglichkeiten zur Auswahl:
Zusammenstellung verschiedener Film- u. Fernsehbeiträge über das Pilotprojekt:
Kurzpräsentation über die Erfolge des Pilotprojektes in Otjivero-Omitara:
Das Projekt in Otjivero-Omitara wurde von der UN-Kommission für soziale Entwicklung als Best-Practice-Beispiel bezeichnet: »Es zeige die Potenziale und vielfältigen positiven Wirkungen von universellen, bedingungslosen Sozialgeldtransfers, eines relativ jungen Instruments der Entwicklungszusammenarbeit. Es könne Einkommensungleichheit nivellieren, Armut wirksam bekämpfen und die Menschen zu Initiative befähigen.«
Weitere Informationen zum Thema:
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Tags: Armut, Big, Grundeinkommen, afrika, bge, einkommen, entwicklung, entwicklungshilfe, namibia, omitara, Mehr...otjivero, un, ungleichheit
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